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Innovative Beschaffungsstrategien und Qualitätssicherung durch Quality Gates verknüpfen

Immer hochwertigere und empfindlichere Produkte erfordern A-Material in perfektem Zustand. Die Qualitätsabteilungen sind stets bemüht ordnungsgemäßes Material im Lager, bzw. an die Produktionslinie zu bekommen. In der Praxis gelingt dies nicht immer wie gewünscht. Gute Zusammenarbeit zwischen Spediteuren, Lieferanten, Einkäufern, Fertigung sowie Qualitätssicherung und innovative Beschaffungsstrategien begünstigen einen reibungslosen Wareneingang.

Die Warenannahme unter der Lupe. Wer ist in der Praxis für die Qualitätssicherung zuständig, Zulieferer, Automobilhersteller oder beide?

Die Rechtslage sieht in § 377 zur Untersuchungs- und Rügepflicht vor, dass der Warenempfänger Mängel anzeigen muss. Wareneingangskontrollen sind aber mit einem hohen Aufwand verbunden. Faktoren wie Zeitdruck auf Seiten des Automobilherstellers verhindern eine ausführliche Begutachtung. Es werden lediglich Stichproben entnommen, was dazu führen kann, dass trotz Wareneingangskontrollen einige Teile der Lieferung mangelnde Qualität aufweisen.

Zulieferbetrieben ist daran gelegen optimale Ware zu liefern, um möglichst wenig Rücklauf und eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen.

Innovative Beschaffungsstrategien – Gerade bei JIT Anlieferungen – greifen die Herausforderungen auf Seiten der Zulieferer sowie der Automobilhersteller auf. Durch Schließung von Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) kann die Untersuchungs- und Rügepflicht individuell auf die Bedarfe der Handelspartner angepasst werden.

Prozesse straffen und Synergien nutzen durch die Installation eines “Quality Gates”.

“Eine bewährte Lösung zur Straffung der Prozesse bei der Überprüfung von Kauf- und Herstellteilen ist die Installation eines Warenfilters direkt beim Automobilhersteller”, erklärt René Kühne von Kühne Management. Ein solches “Quality Gate” sorgt für straffe Prozesse und vermeidet umständliche Nachrüstprozesse.

In einer Halle auf dem Werksgelände des Automobilherstellers wird das Material angeliefert. Die Zulieferfirmen erhalten eigens für sie vorgesehene Bereiche zur Durchführung der Qualitätssicherung vor Ort. Der OEM stellt hierzu einen oder mehrere Mitarbeiter ab. Bei mangelhafter Ware wird direkt vor Ort nachgearbeitet. Bei größeren Beanstandungen geht das Material zum Zulieferer zurück.

Die Prozesse werden dadurch auf Seiten des OEM sowie des Automobilherstellers extrem verkürzt, denn die Ware wird im Warenwirtschaftssystem zunächst auf “Qualitätsstatus” gebucht. Das Material verbleibt so lange in der Halle im Bereich der Zulieferfirma bis die Qualitätssicherung abgeschlossen ist. Erst dann wird das Material als Wareneingang gebucht und geht seinen gewohnten Weg in den Lagerbereich.

Eine wichtige Rolle bei diesem Verfahren spielt die webbasierte Dokumentation von Spezifikationen auf der einen und dem Ist-Zustand auf der anderen Seite. Durch das Quality Gate kann sich der Zulieferer mit vergleichbar geringem Aufwand absichern, dass keine teuren Aufwendungsersatzansprüche geltend gemacht werden. Der Automobilhersteller erhält größtmögliche Versorgungssicherheit.

Meldung auf PresseEcho.de

Veröffentlicht am 15. Mai 2014

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