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Feel Good Management in der Logistik

Feel Good Management sollte nicht als “Bespaßung” verstanden werden, um unzufriedene Mitarbeiter zu erheitern. Es ist stattdessen ein wichtiges Element innerhalb einer umfassenden Personalstrategie – auch und gerade in der Logistik – einer Branche die mit viel Zeitdruck und Stress zu kämpfen hat. Gleich eine ganze Stelle für das Wohlfühlmanagement zu schaffen erscheint in vielen Unternehmen übertrieben. Bereits mit einfachen Mitteln lassen sich jedoch Maßnahmen, die für ein gutes Arbeitsklima sorgen in bestehende Prozesse integrieren.
Mit Feel Good Management das Betriebsklima nachhaltig verbessern
Wohlfühlen durch Wertschätzung. Darum geht es beim so genannten “Feel Good Management”. Mitarbeiter sind das Kapital und die Basis einer guten Logistik. Ein gesundes „Wir-Gefühl“ und ein Management, das sämtliche Mitarbeiter wertschätzt, sorgt für selbstbewusste, kreative, innovative und vor allem motivierte Mitarbeiter. Die Wohlfühl-Maßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas greifen allerdings nur, wenn sie vollständig in die bestehende Unternehmenskultur eingebunden sind.Eine systematische Analyse von Mitarbeiterbedürfnissen, Feedback- und Fehlerkultur, Leitbildern und Werten erfolgt zu Beginn der Maßnahmen. Unglaubwürdiger Aktionismus schadet dem Image des Unternehmens eher – nach innen und nach außen.Wurde Optimierungsbedarf erkannt, können weitere Schritte folgen. Für den Erfolg der Maßnahmen z.B. die Förderung von wertschätzendem  Verhalten in definierten Arbeitsbereichen ist die uneingeschränkte Akzeptanz der Unternehmensleitung nötig.Wann ist Wohlfühlmanagement wirklich sinnvoll und welche Erfolge lassen sich damit erzielen?Es gibt unterschiedliche Gründe, intensiv über das Thema nachzudenken. In Zeiten des Fachkräftemangels sind gute Mitarbeiter mehr denn je gefragt. Die aktuell veröffentlichte Studie „Karriereziele 2014“ der ManpowerGroup Deutschland zeigt auf, dass jeder vierte Befragte einen Job sucht, der zu ihm, seinen Fähigkeiten und Interessen besser passt. Unternehmen müssen ihren Arbeitnehmern zusätzliche Leistungen bieten, damit die Besten nicht bei der Konkurrenz anheuern.Auch bei schnell wachsenden Unternehmen oder im Rahmen von Change-Prozessen kann strategisches Wohlfühlmanagement essentiell für den Unternehmenserfolg sein. Selbst eine vormals starke und positiv besetzte Unternehmenskultur kann durch Umwälzungen und Veränderungsprozesse schnell verwässert werden. Die Unternehmenskultur ist dann – insbesondere für neue Mitarbeiter – kaum mehr wahrzunehmen. Konkurrenzdenken in schwierigen Phasen der Unternehmensentwicklung tun dann ihr Übriges um das Arbeitsklima innerhalb kürzester Zeit in den Keller zu katapultieren.Ist die Mitarbeiterfluktuation zudem noch hoch und erfolgt eine nur geringe Identifikation mit den Unternehmenswerten, steht das Unternehmen schnell in der Kritik ehemaliger Mitarbeiter. Solche für das Unternehmen ungünstige Prozesse erschweren auch das Recruiting von neuem Personal. Teil eines umfassenden Wohlfühlmanagements können beispielsweise so genannte “Integration Sessions” sein, die dazu dienen, gutes und zuverlässiges Personal aus dem Inland sowie falls erforderlich auch aus dem Ausland zu locken, schnell im Unternehmen zu etablieren und die Unternehmenskultur auf Wohlfühl-Art zu transportieren.

Unterschiedliche Gruppierungen im Unternehmen (Interessensgruppen) oder internationale Gruppen in Weltkonzernen können durch gezielte Maßnahmen im Rahmen des Wohlfühlmanagements ebenfalls wieder in Kontakt mit den Unternehmenswurzeln kommen. Wohlfühlmanagement, das ist gelebte Kultur und kann als eine sehr direkte Art der Unternehmenskommunikation verstanden werden.

Die Durchführung: Bestehende Prozesse nutzen und erweitern

Soll nicht eigens für das Wohlfühlmanagement eine Stelle geschaffen werden, ist Eigeninitiative gefragt. Viele Maßnahmen lassen sich einfach und schnell in bestehende Prozesse – z.B. während der Durchführung eines Kaizen Workshops integrieren, denn es geht im Prinzip ja lediglich darum, die Bedürfnisse und Belange der Mitarbeiter wahrzunehmen, ernst zu nehmen und bei künftigen Veränderungsprozessen zu berücksichtigen.

Fragen Sie doch mal Ihre Mitarbeiter, was die sich wünschen. Vielleicht ergibt sich so schon ein eigenes Feelgood-Management-Programm, das nicht einmal viel kosten muss. Vom Resilienztraining bis hin zu den bereits bekannten Outdoortrainings ist alles möglich.

Belohnungssysteme fürs Nichtrauchen, Sportangebote, große Fenster, barrierefreie Büros, Teambildungsmaßnahmen, Entspannungsbereiche, Freizeiteinrichtungen mit Kicker oder Café auf dem Betriebsgelände, vegetarische (eventuell sogar vegane) Küche in der Kantine, ein Ruheraum mit Relaxliegen, eine Obstbar oder ein Saftautomat. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ganz egal was letztlich umgesetzt wird, es geht darum, ein Szenario zu schaffen das Mitarbeiter wirklich gerne nutzen und das ihnen einen echten nachhaltigen Mehrwert bietet.

Wohlfühlmanagement beschränkt sich nicht auf Freizeit oder Arbeitspausen. Die essentielle Frage lautet stattdessen: Wie kann das Arbeitsklima vor dem Hintergrund der Wertschätzung seitens des Managements verbessert werden?

Ziel der Kanban-Methode ist es, die Wertschöpfungskette auf jeder Fertigungs-/Produktionsstufe einer mehrstufigen Integrationskette kostenoptimal zu steuern. Die Zielsetzung kann im Zusammenhang mit Feel Good Management dahingehend erweitert werden, dass zusätzlich zur kostenoptimalen Steuerung die Berücksichtigung von Mitarbeiterbedürfnissen eine zentrale Rolle spielt.

Rückenschonende Arbeitsprozesse und Werkzeuge wie zum Beispiel Hebewerkzeuge zur Unterstützung des Pick-Vorgangs können ebenfalls eine Maßnahme des Wohlfühlmanagements sein. Dies gilt auch für die Einführung von neuen rückenschonenden oder arbeitsoptimierten Kommissioniersystemen.

Veröffentlicht am 31. Juli 2014

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